Die Moderation von Veranstaltungen ist ein bisschen wie Schauspielen. Der äußere und der inhaltliche Rahmen sind vorgegeben, aber die Ausgestaltung bleibt der Moderatorin überlassen. Mit der Auswahl der Person, sagt die Veranstalterin bereits einiges aus.

Ich moderiere inhaltlich zwar vieles (von der Fachtagung der Personenzentrierten Psychotherapeut:innen, über jene der Fotograf:innen, von Klausuren des OÖ Maschinenrings bis hin zu eigens konzipierten Veranstaltungen wie dem Kreativ-Frühstück oder vielen anderen Veranstaltungen der Grünen Wirtshaft. Aber nur dann, wenn ich meine Werte einbringen kann. Und das bedeutet: es muss Interaktion mit dem „Publikum“ geben.  

GIbt es das Thema nicht her, müssen Agents Provocateur ins Publikum, oder ich bringe die Kontroverse ins Spiel. Nichts ist langweiliger als Veranstaltungen, bei denen sich alle einig sind und sich darin auch noch bestärken.

Das funktioniert aber nur, wenn frau sich zutraut, eventuell entstehende Konfrontationen und damit verbunden Emotionen wieder einzufangen – ohne – allzu viel – verbrannte Erde zu hinterlassen. 

Wer mich als Moderatorin bucht, braucht Mut. Kann sich allerdings auf mich verlassen.

Psychotherapeut:innen unter sich

Fachtagung Personenzentrierte Psychotherapie

Das „Forum Personzentrierte Psychotherapie“ ist eine Interessensvertretung der Therapeut:innen, die mit dem Ansatz von Carl R. Rogers arbeiten. Die biennal stattfindende Fachtagung wurde mit einer Diskussionsrunde im Plenum abgeschlossen. Am Podium saßen sechs Vertreter:innen sowie der scheidende Vorsitzende des Forums. Im Publikum an die 80 Psychotherapeut:innen, die sich nicht schlecht wunderten, als sie mehr als nur zuhören „mussten“. Ich entspann eine angeregte Diskussion über die Zug- und (potenziell, politische) Schlagkraft der Organisation und ihrer Mitglieder. Glücklicherweise wurde ich bereits als „schwierig, die muss man aushalten können“ anmoderiert.  
Im Anschluss kamen viele Teilnehmende, um sich für die – teils – kritischen Fragen zu bedanken. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass eine Möglichkeit zum Austausch geben würde und waren – trotz des anstrengenden Tages – energetisiert.

Fotograf:innen unter sich

Tagung der Berufsfotografie

Die Berufsfotograf:innen stehen unter großem wirtschaftlichem Druck. Einserseits gibt es viele „Hobbyfotograf:innen“, da das Gewerbe ein freies geworden ist (d.h. man braucht keine Befähigungsprüfung mehr, um sich selbständig zu machen), andererseits bedroht die KI ihr Geschäft. Einmal im Jahrfindet die sogenannte Fachtagung statt – eine Pflichtveranstaltung der Wirtschaftskammer, wo unter anderem die Beitragshöhe bestimmt wird. Um die Attraktivität zu steigern, wurden berühmte Fotokünstler:innen – die teilweise KI zur Kunst erhoben haben und ein Foto-Publizist eingeladen. Der Innungsmeister lud zur Podiumsdiskussion.

Es war bereits eine vorgerückte Stunde, da sich die Tagung verspätet hatte. Die Teilnehmenden waren darüber verärgert (bzw. über denjenigen, der sie verursacht hatte).

Die Herausforderungen bestand einerseits darin, das Publikum wach zu halten, die Männer am Podium im Zaum zu halten und die Diskussion – nicht unwidersprochen – beim Thema zu behalten. Und natürlich den zeitlichen Rahmen diesmal nicht zu sprengen.

Das waren eine der anstrengendsten eineinhalb Stunden meines Lebens 🙂

Werber:innen unter sich

Kreativ-Frühstücke der Fachgruppe Werbung

Eines meiner absoluten Lieblingsevents! Wahrscheinlich mache ich sie deshalb bereits seit fast 20 Jahren! Einen ausführliche Rückblick findest du hier.

Katrin Weber, Felicitas Prokopetz, Alexandra Fiedler-Lehmann
Lass uns über gute Moderation sprechen!