Wie gut kennen Sie Ihre KundInnen? Eine Nachlese zum Kreativ-Frühstück über Marktforschung für KMU

Erstmals lud die Fachgruppen Werbung & Marktkommunikation gemeinsam mit der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung, IT-Dienstleistung) zum Kreativ-Frühstück ins Café Edison. Gemeinsam mit Alexandra Adler (Ubit) sprachen mit der Marktforscherin Edda Mogel über das Potenzial von Marktforschung für kleine und mittelgroße Unternehmen.
Das Thema war offensichtlich heiß: 55 (!) Teilnehmende füllten das Café Edison bis auf den letzten Platz (und darüber hinaus). Die schwierige Akustik trug zusätzlich zu erhöhter Aufmerksamkeit bei 😉
Die allermeisten TeilnehmerInnen blieben auch über die Diskussion hinaus sitzen, um KollegInnen der anderen Fachgruppe kennenzulernen und das ausgezeichnete Frühstück zu genießen.
Gleich zu Beginn zeigte sich, dass es Marktforschung im streng wissenschaftlichen Sinn und Marktforschung im angewandten Sinn gibt (wobei das eine das andere nicht ausschließt). Uns Moderatorinnen der Expertin Edda Mogel ging es an diesem Vormittag vor allem um pragmatische, kostengünstige und einfache Ansätze.

Erste Erkenntnis: Auch kleine Unternehmen können Marktforschung durchführen!

Egal welcher Größenordnung, am Anfang jeder Marktforschung sollte die Zieldefinition stehen:

  • Was will ich wissen?
  • Von wem will ich es wissen (B2B / B2C, Kunden / Nichtkunden)
  • Warum will ich es wissen?
  • Was passiert mit diesem neuen Wissen? (Umsetzung der Erkenntnisse)
  • Wie viel Ressourcen (Geld, Zeit) stehen zur Verfügung?

Konzeption gemeinsam mit Fachleuten
Wenn man sich nicht sicher ist, wie man an die Informationen kommt, die man benötigt, kann man schon in dieser Phase Rat bei Fachmenschen einholen. Sie beraten nicht nur bei der Konzeption sondern führen z.B. auch Recherchen im Vorfeld durch, ob es eventuell bereits verwertbare Daten zu dieser Fragestellung gibt.

Was den Preis für Marktforschung betrifft so ist die Bandbreite riesig! Während große Marktforschungsstudien ab € 10.000,- beginnen, können kleine Projekte bereits ab € 3.000,- umgesetzt werden.

Welche Marktforschungsmethoden gibt es und welche Methode eignet sich für welche Fragestellung

  • Quantitative Methoden (Befragung, Zählungen, Inhaltsanalysen…), Qualitative Methoden (FocusGruppen, Einzelinterviews, psychologische Testverfahren … ), Desk Research (vorhandene Studien, Statistiken, Unternehmenskennzahlen, … werden gesucht und ausgewertet) und für welche Themen welche Methode eingesetzt wird.
  • Welche kostengünstigen Varianten gibt es, um z.B. nur eine Stimmung einzufangen (z.B. Blitzlichter via fb, google, …)
  • Mystery-Shopping, Seien Sie ihr eigener Kunde oder bitten Sie eine befreundete aber ehrliche Person, Ihr Kunde/Ihre Kundin zu sein!

Wichtig ist, die Art der Fragestellung zu beachten!
So sind Suggestivfragen nicht hilfreich, wenn man sich einen Informationsgewinn erwartet. Besonders bei heiklen Fragen wie z.B. nach sehr persönlichen Präferenzen, sollte ExpertInnenrat eingeholt werden.

Beurteilung der Qualität von Studien: Die 10 „goldenen“ Fragen der Marktforschung

  • WER wurde befragt? Auf welche Grundgesamtheit beziehen sich die Daten?
  • WO wurde befragt?
  • WIE VIELE Personen wurden befragt?
  • WELCHE Stichprobenart wurde gewählt?
  • WIE wurde befragt? Welche Befragungsart wurde gewählt?
  • WAS wurde gefragt? Fragebogen!
  • WANN wurde befragt?
  • WER führte die Studie durch? Welches Institut?
  • WER ist der AUFTRAGGEBER?
  • Vergleichbarkeit der Daten/Kontinuität

Online sind jede Meng gratis Umfragetools verfügbar. Vor der eigentlichen Auswahl ist es wichtig, sich mit folgenden Punkten auseinander zu setzen:

  • Für welche Art einer Umfrage möchte ich das Tool verwenden (Kundenbefragung, Befragung der eigenen Mitarbeiter, …)
  • Maximale TeilnehmerInnenzahl: wie viele Personen sollen an der Umfrage teilnehmen können
  • Welche Fragetypen und Antwortoptionen bietet mir das Tool
  • Wie stark kann das Fragebogenlayout an das eigene Corporate Design angepasst werden
  • Sicherstellung Einfachteilnahme
  • Behandlung personenbezogener Daten: werden die Daten verschlüsselt übertragen, wo werden die Daten gespeichert, wie wird mit den Daten umgegangen.
  • Welche Auswertungsmöglichkeiten nach Abschluss der Befragung bietet das Tool an

Achtung: Auch wenn es sich „nur“ um eine Befragung handelt, müssen die Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung eingehalten!

Gratis Umfrage-Tools:

  • Survey-Monkey
  • Polldaddy
  • Freesurveycreator
  • Google-Docs-Formular
  • Limesurvey
  • Twtpoll
  • Typeform
  • Surveygizmo
  • Pinpoll
  • Easyfeedback
  • Opinary
  • uvm.

Eine Auflistung und Bewertung einiger Gratis-Tools finden Sie hier

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